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Die Theater-AG präsentiert: William Shakespeare, Richard III

Wiliam Shakespeare, Richard III.

– kurz gesagt, ein Stück über einen völlig skrupellosen Schurken, der es schafft, durch Intrigen an die Macht zu kommen.

Ein Schurke an der Macht? – „nichts Besonderes“, könnte man sagen, „haben wir das nicht täglich von allen Enden der Welt in den Nachrichten?“ Warum also sollte man sich sowas auch noch auf der Bühne anschauen? – Weil Richard, Herzog von Gloucester in einem Punkt doch außergewöhnlich ist: Er lässt das Publikum völlig unbefangen, ja fast unverschämt offen an seinen finsteren Plänen teilhaben, legt ihm seine Absichten, Motive und intriganten Mittel dar und lässt dabei – im Gegensatz zu manch skrupellosem Politiker unserer Tage – auch noch eine messerscharfe Intelligenz erkennen.

Eine ebenso spannende wie explosive Mischung: Rücksichtslos zieht er hinter den Kulissen die Fäden, hetzt alle, die seinen Zielen im Wege stehn, mit eiskaltem Kalkül gegeneinander auf, räumt Verwandte, sogar Kinder aus dem Weg, als wären es Spielfiguren und lässt selbst seine vertrautesten Helfer, wenn sie ihm nicht mehr treu genug ergeben scheinen, einfach fallen – kommt einem bekannt vor? Nun, lassen wir uns die Gelegenheit nicht entgehen, einmal ins Innere eines solchen Schurken zu schauen – natürlich in der wohligen Gewissheit, dass auch er trotz all seiner Intelligenz schließlich nur seiner verdienten Strafe entgegeneilt.

Die Theater-AG des Karls-Gymnasums zeigt dieses Stück am:

  • Donnerstag , den 21. Juni
  • Freitag, den 22. Juni
  • Donnerstag, den 28. Juni sowie
  • Freitag, den 29. Juni 2018

jeweils um 19.00Uhr im Musiksaal.

Der Eintritt ist frei – Spenden sind wie immer willkommen.

Wir freuen uns über Ihr/Euer kommen!

Den ganzen Flyer seht ihr hier .

Orbis terrorum

Bald ist es wieder soweit: die Unterstufentheater-AG zeigt ihr neues Stück „Orbis terrorum“.

Die Aufführungen finden jeweils im Musiksaal des Karls-Gymnasiums statt, und zwar am:

Donnerstag ,08.02., um 18:30 Uhr

Freitag, 09.02., um 15 Uhr (Aufführung für Grundschüler)

Donnerstag, 22.02., um ca. 18:45 Uhr (Aufführung beim Tag der offenen Tür)

Freitag, 32.02., um 18:30 Uhr

 

Worum geht’s? Hier  findet ihr den Flyer. Lest euch schon mal rein:

 

Eine gerechte Welt – wer wollte das nicht!

Doch schon die zehnjährige Schülerin Sophia, die für Reli genau über dieses Thema einen Aufsatz schreiben soll, muss feststellen, dass das gar nicht so einfach ist.

Denn was sie in der Welt um sich herum, im Fernsehen und in der Zeitung sieht, ist alles andere als gerecht.

Umso mehr ist sie von einer Idee fasziniert, die ihr im Lateinunterricht begegnet: Platon – so erzählt die Lehrerin – habe aufgeschrieben, wie sein Lehrer Sokrates in einem Gespräch mit seinen Freunden eine gerechte Stadt gegründet habe…

Eine gerechte Stadt – das will Sophia auch, und zwar am liebsten in echt! …

Und siehe da: In der Nacht erscheint Platon in ihrem Kinderzimmer und lässt für Sophia eine erste kleine Stadt entstehen.

So weit, so gut! Doch bald beginnen die Einwohner Forderungen zu stellen: Sie wollen weitere Einwohner, und sie wollen weitere Städte, mit denen sie Handel treiben können. … Die könnten ihre Freunde doch eigentlich gründen, denkt sich Sophia und schafft es sogar, ihre  Klassenkameraden Max, Manuel, Ben und Anna dazu zu überreden, nachts durchs Fenster in ihr Zimmer zu klettern, während sie ihre Eltern ablenkt.

Und obwohl die Kinder erst gar nicht glauben wollen, was Sophia ihnen da erzählt, ist – dank Platons erneutem Erscheinen – bald jedes von ihnen stolzer Gründer einer eigenen Stadt. Und deren Bürger können jetzt Handel treiben.

Das machen sie dann auch – doch leider anders als gedacht: Ausgerechnet Sophias Stadt verschafft sich durch den Kauf von „Feuerstaub“ einen solch großen militärischen Vorteil, dass sie fortan alle anderen Städte beherrschen und deren Bewohner vertreiben, versklaven oder ausplündern kann.

Mit Entsetzen sehen die 5 Kinder, wie ihre Welt, die doch eigentlich als gerechter Gegenentwurf zur Wirklichkeit gedacht war, immer mehr aus den Fugen gerät. Auch Apelle und „göttliche“ Gebote nützen nichts, sondern werden gar noch in ihr Gegenteil verkehrt.

Was tun? Die mühsam gegründeten Städte vernichten? Sophia unternimmt einen letzten verzweifelten Versuch, die Einwohner vor dieser Lösung zu retten: Sie will selbst in ihre Welt eintauchen und die Menschen persönlich zur Vernunft bringen. Sokrates warnt sie, denn er weiß: Sie wird ihr eigenes Leben dabei in Gefahr bringen! Doch er sieht auch, dass sie es versuchen muss…

Wird ihr Versuch gelingen? Wird sie heil zurückkehren? – und was ist eigentlich mit dem Aufsatz über Gerechtigkeit, den sie als Hausaufgabe schreiben sollte?

Nathan der Weise

„Treffen sich ein Jude, ein Christ und ein Muslim in Jerusalem …“ – auch heute noch würde man in einer Geschichte, die so beginnt, mit einigem Recht Spannung, Aggression, ja gar Gewalt erwarten.

Was aber, wenn die Fortsetzung lautete: …“und sie werden Freunde“? … Unrealistisch!

Und doch in Lessings Drama, das – im 18. Jahrhundert geschrieben – eine solche Konstellation in das Jerusalem der Kreuzfahrerzeit verlegt, wird ausgerechnet ein fanatischer christlicher Tempelritter vom muslimischen Sultan Saladin begnadigt, um nun, seines bisherigen Lebensinhaltes – des Kampfes gegen die Muslime – beraubt, ziellos umherirrend seinerseits kurzentschlossen das Judenmädchen Recha aus einem brennenden Haus zu retten. Rechas Vater aber ist der weise Jude Nathan, der mit seinem unbeirrbaren Glauben an Toleranz, Menschlichkeit und Vernunft die Fäden dieser verwickelten Geschichte entwirrt und dafür sorgt, dass am Ende alle erkennen, dass sie sogar mehr noch als Freunde sind.

„Treffen sich ein Jude, ein Christ und ein Muslim – und werden Freunde“ – auch heute noch eine unrealistische Geschichte! … Es ist an uns, sie zu einer alltäglichen zu machen.

 

Mit Freude kündigt die Theater-AG ihre Aufführungen an:

Freitag, 30.06.

Mittwoch, 05.07.

Freitag, 07.07.

jeweils um 19 Uhr im Musiksaal des Karls-Gymnasiums.

Seid alle herzlich willkommen!

 

Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier

Macbeth

Die Theater-AG unter Leitung von Frau Gulden präsentiert:

Macbeth

Donnerstag, den 23. Juni

Freitag, den 24. Juni

Mittwoch, den 29. Juni und

Donnerstag, den 30. Juni

jeweils um 19 Uhr im Musiksaal des Karls-Gymnasiums

aus dem Programmheft:

„Wie schwer ist es wohl, einen vollkommen redlichen Menschen in Versuchung zu führen, ihn dazu zu bringen, gegen Recht und Gesetz, gegen jegliche Moral, gegen all seine bisherigen Grundsätze zu handeln?

Es ist dies das Spiel, das drei Hexen mit Macbeth spielen: Ihm, der eben noch unter Einsatz seines Lebens treu für den König gekämpft und alle Verschwörungen gegen ihn niedergerungen hatte, weissagen sie, er werde alsbald Than von Cawdor und danach König werden. Und kaum dass sie verschwunden sind, trifft ein Bote ein, der Macbeth tatsächlich als den neu ernannten Than von Cawdor grüßt – und Macbeth? Wie schwer ist es, einen vollkommen redlichen Menschen in Versuchung zu führen?

Kein bisschen: Er, dem es bisher nie in den Sinn gekommen wäre, etwas anderes als ein treuer Vertrauter des Königs zu sein, trägt sich nun, ehe er sich’s versieht, mit düsteren Mordgedanken!

Vielleicht wäre er ja niemals weiter gegangen, wäre da nicht noch seine überehrgeizige, sehr dominante Frau, Lady Macbeth, und dazu diese eine günstige Gelegenheit: Der Besuch des Königs ausgerechnet auf seiner Burg…

So steht der Entschluss fest: Der König muss sterben – und doch, Macbeth ahnt es bereits, bevor er den tödlichen Stoß führt: Der Fluch der bösen Tat wird ihn einholen und nie mehr zur Ruhe kommen lassen …“

Der Besuch der alten Dame

Der Besuch einer alten Dame in irgendeinem unbedeutenden Kleinstädtchen – das klingt nicht gerade nach einer spannenden Geschichte, das klingt nach öden Dialogen, nach geballter Langeweile…

Doch sieht die Sache gleich ganz anders aus, wenn die alte Dame unermesslich reich, das besuchte Städtchen bettelarm ist, das Städchen sich vom Besuch der Dame eine kräftige Finanzspritze, die Dame hingegen die Begleichung einer alten Rechnung erhofft:

Vor vielen Jahren hatte ihr Jugendfreund sie trotz ihrer Schwangerschaft verlassen und die Vaterschaft mithilfe falscher Zeugen vor Gericht erfolgreich abgestritten, um dann die leidlich vermögende Tochter eines Ladenbesitzers zu heiraten.

Nun bietet die alte Dame dem Städtchen eine Milliarde – je zur Hälfte für die ganze Stadt und zur Hälfte auf die einzelnen Haushalte verteilt -, wenn jemand diesen Jugendfreund, einen inzwischen angesehenen Bürger der Stadt, tötet.

Natürlich weist der Bürgermeister diesen Vorschlag sofort mit aller Entschiedenheit und unter dem lautstarken Beifall der gesamten Gemeinde zurück, doch das Angebot der alten Dame steht – und: was könnte man mit dem dringend benötigten Geld nicht alles kaufen …

Aufführungen
Donnerstag, 10. Juli 2014
Freitag, 11. Juli 2014
Dienstag, 15. Juli 2014
Mittwoch, 16. Juli 2014

jeweils um 19 Uhr im Musiksaal des Karls-Gymnasiums

Ein Sommernachtstraum

Der nächtliche Wald, ein Ort der Ruhe und des Friedens, sollte man meinen … – nicht so in Athen: Denn leider sind in der lauen Sommernacht, in der Shakespeares Stück spielt, gleich mehrere Personen auf die Idee gekommen, den vermeintlich menschenleeren Wald als Rückzugsort zu nutzen: Da sind zum einen Lysander und Hermia – unsterblich ineinander verliebt -, die vor Hermias Vater fliehen, weil dieser die Beziehung missbilligt.

Verfolgt werden sie von Demetrius, der unglücklich in Hermia verliebt ist und seinerseits von Helena verfolgt wird, die wiederum er nicht liebt.

Zum zweiten treffen sich in der vermeintlichen Abgeschiedenheit des Waldes einige ebenso kulturbeflissene wie schauspielerisch absolut unbegabte Handwerker, um für die Hochzeit des Herzogs das höchst tragische Stück von Pyramus und Thisbe einzustudieren.

Und schließlich haben sich auch die miteinander zerstrittene Elfenkönigin Titania und der Elfenkönig Oberon samt ihrem Gefolge denselben Wald für ihre mitternächtlichen Tänze ausgesucht.

Völlig klar, dass sowas zu Verwicklungen führen muss: Besonders Puck, der tollpatschige Kobold in Oberons Gefolge sorgt dafür, dass hier bald keiner mehr weiß, wie ihm geschieht:

Anstatt bei den jungen Liebenden die Gefühle paarweise in Ordnung zu bringen, stiftet er nur noch mehr Verwirrung.

Und als ob das noch nicht genug wäre, findet sich einer der Handwerker auch noch plötzlich mit einem Eselskopf wieder und muss erstaunt feststellen, dass er ausgerechnet in diesem Zustand eine höchst attraktive Wirkung auf Titania hat.

Es grenzt fast an ein Wunder, dass sich schließlich doch noch alles wie in einen heiteren Sommernachtstraum auflöst …

William Shakespeare: Ein Sommernachtstraum

Faust

Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält…

J. W. v. Goethe, Faust

Die uralte Sehnsucht des Menschen, seit er sich seines Verstandes bewusst wurde, Hoffnung und Ziel zahlloser Denker und Philosophen, Forscher und Wissenschaftler bis heute!

Und doch in keiner Gestalt haben sich Eifer und Tragik dieses Strebens je so eindringlich verkörpert wie in dieser einen: Goethes Faust!

Da steht er am Ende seines Lebens, das nur diesem einen Ziel geweiht war, und muss sich eingestehen, dass weder Wissenschaften noch Magie seinen Durst nach Erkenntnis stillen konnten.

Doch nun erscheint Mephisto, „der Geist, der stets verneint“, und macht Faust – gegen den bescheidenen Preis seiner Seele im Jenseits – ein unwiderstehliches Angebot: Er soll das Dasein in seiner ganzen Tiefe begreifen, allerdings nicht im Betrachten, sondern im eigenen Erleben. Faust willigt ein.

Was er nicht weiß: Mephisto hat mit Gott selbst eine Wette abgeschlossen, dass es ihm gelingen wird, den immer suchenden Denker, an dem der Herr durchaus seinen Gefallen hat, vom rechten Wege abzubringen.

Und schon stößt der Verführer seinen neuen Schüler mitten hinein ins pralle Leben. In Wirtshaus und Hexenküche folgt Faust dem neuen Studienfach zunächst nur widerwillig, doch als er das Bild eines vollkommenen Mädchens erblickt, ist es um ihn geschehen und er gibt alle akademische Zurückhaltung auf.

Zwar gestaltet sich die Eroberung der unschuldigen Margarete nicht eben leicht, denn auch moralisch ist sie ein Abbild der Vollkommenheit, doch Faust gelangt an sein Ziel. Zu spät muss er erkennen, welch eine Spur der Verwüstung sein Drang nach höchster Befriedigung hinterlassen hat…

Johann Wolfgang von Goethe: Faust. Eine Tragödie

Hamlet

Von einem Tag auf den anderen findet sich der junge Prinz Hamlet in einer zerbrochenen Welt wieder: der Vater ermordet, die Mutter nach nur wenigen Monaten mit seinem Onkel verheiratet und eben dieser Onkel auf dem Thron.

Doch dem nachdenklichen Prinzen bleibt keine Zeit, sich seiner Trauer hinzugeben: Der Geist seines Vaters erscheint ihm und behauptet, er sei ermordet worden und zwar von seinem eigenen Bruder, dem neuen Inhaber des Thrones.

Nun beginnt ein gegenseitiges Belauern der beiden ungleichen Kontrahenten: Auf der einen Seite ein sensibler, melancholischer junger Mann, der – unsicher, ob der Geist die Wahrheit gesagt hat – unter der Maske eines vorgetäuschten Wahnsinns den König beobachtet, auf der anderen Seite ein machtversessener, skrupelloser Mörder, der seinen Neffen durch alte Schulfreunde auszuhorchen versucht, ob der womöglich sein dunkles Geheimnis ahnt.

Als Hamlet in seinem Onkel tatsächlich den Mörder seines Vaters erkennen muss, sinnt er auf Rache, der König aber versucht, den gefährlichen jungen Mann kaltzustellen:

Es entspinnt sich – immer noch unter der Maske höfischer Etikette – ein erbitterter Kampf auf Leben und Tod…

William Shakespeare: Die Tragödie von Hamlet, Prinz von Dänemark

Die Physiker

Wo würde man einen Physiker wohl normalerweise suchen? In einem Labor? In einer großen Forschungseinrichtung zwischen geheimnisvollen Maschinen und Apparaturen? Zumindest doch in einem Rechenzentrum – oder nicht?

Die Physiker in Dürrenmatts Drama befinden sich in einer Irrenanstalt. Und da gehören sie auch hin! Nicht nur weil sie andauernd Krankenschwestern ermorden – zu Beginn des Stückes muss der zuständige Inspektor bereits den zweiten derartigen „Unglücksfall“ untersuchen – sondern auch, weil sie gar nicht die Physiker sind, die sie zu sein behaupten: Ernesti hält sich für Einstein, Beutler für Newton und Möbius behauptet, ihm erscheine der König Salomo.

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich allerdings, dass nichts so ist, wie es scheint:

Sind die drei „Physiker“ vielleicht doch Physiker? Gehören sie vielleicht gerade deshalb in die Anstalt? Und wer ist hier eigentlich verrückt?

Ein tiefsinniges Drama, das nach der Gefahr des Wissens und der Verantwortung der Wissenschaft fragt und verstörende Antworten gibt.

Friedrich Dürrenmatt: Die Physiker

Hexenjagd

Man schreibt das Jahr 1692. Ein Skandal droht das kleine, fromme Städtchen Salem zu erschüttern:
Pfarrer Parris hat seine Nichte Abigail, seine Tochter Betty und einige andere Mädchen nachts bei heidnischen Tänzen mit seiner schwarzen Haushälterin Tituba im Wald überrascht. Die Mädchen sind zu Tode erschrocken. Einige von ihnen stehen auch am Tag danach noch so sehr unter Schock, dass sich die Sache nicht vertuschen lässt: Schnell geht in der streng gläubigen Gemeinde das Gerücht um, der Vorfall habe etwas mit Teufelsbeschwörung, mit Hexerei und finsteren Mächten zu tun – zumal Tituba als Schwarze angeblich Geister beschwören kann.

Besorgt um seine Stellung als Pfarrer lässt Parris seinen Amtskollegen Hale kommen, der sich auf das Erkennen und Austreiben dunkler Mächte versteht.

In der Tat war der nächtliche Tanz der Mädchen keineswegs harmlos – doch aus einem ganz anderen Grund:
Abigail hatte einige Monate zuvor eine kurze, aber heftige sexuelle Beziehung zu einem verheirateten Mann, John Proctor, auf dessen Hof sie damals als Dienstmädchen angestellt war. Seine Frau Elizabeth hatte den Ehebruch zwar nicht publik gemacht, das untreue Dienstmädchen aber entlassen.

Um dennoch ihr Ziel zu erreichen, hatte Abigail nun Tituba gebeten, mit Hilfe eines nächtlichen okkulten Tanzes den Tod auf Elizabeth Proctor herab zu beschwören.

Als sie nun von ihrem Onkel bei dem Ritual, – von dessen Zweck er freilich nichts ahnt -, überrascht worden ist und von Pfarrer Hale streng verhört wird, ist auch die sonst so selbstsichere Abigail für einen Moment um eine Ausflucht verlegen. Doch gewinnt sie bald ihre Überlegenheit zurück: Allzu leicht gelingt es ihr, – der Täterin –, zuerst in die Rolle der Kronzeugin, dann gar in die eines unschuldigen Opfers zu schlüpfen, indem sie wahllos andere Gemeindeglieder der Hexerei bezichtigt, – auch dann noch, als ein regelrechtes Gericht eingesetzt wird und auf alle, die nicht gestehen, der Galgen wartet. Bald wird Abigail klar, dass sich ihr auf diesem Weg auch die Möglichkeit bietet, die verhasste Frau ihres geliebten John Proctor zu beseitigen …

Das Drama nach einer wahren Begebenheit zeigt auf beklemmende Weise, wie schnell sich Fanatismus zur gefährlichen Massenhysterie zu steigern und eine Gesellschaft an den Rand des Abgrunds zu bringen vermag.

Arthur Miller: Hexenjagd