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Archiv für die Kategorie: Aktuelles

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Hexenjagd

1. Juli 2009

Man schreibt das Jahr 1692. Ein Skandal droht das kleine, fromme Städtchen Salem zu erschüttern:
Pfarrer Parris hat seine Nichte Abigail, seine Tochter Betty und einige andere Mädchen nachts bei heidnischen Tänzen mit seiner schwarzen Haushälterin Tituba im Wald überrascht. Die Mädchen sind zu Tode erschrocken. Einige von ihnen stehen auch am Tag danach noch so sehr unter Schock, dass sich die Sache nicht vertuschen lässt: Schnell geht in der streng gläubigen Gemeinde das Gerücht um, der Vorfall habe etwas mit Teufelsbeschwörung, mit Hexerei und finsteren Mächten zu tun – zumal Tituba als Schwarze angeblich Geister beschwören kann.

Besorgt um seine Stellung als Pfarrer lässt Parris seinen Amtskollegen Hale kommen, der sich auf das Erkennen und Austreiben dunkler Mächte versteht.

In der Tat war der nächtliche Tanz der Mädchen keineswegs harmlos – doch aus einem ganz anderen Grund:
Abigail hatte einige Monate zuvor eine kurze, aber heftige sexuelle Beziehung zu einem verheirateten Mann, John Proctor, auf dessen Hof sie damals als Dienstmädchen angestellt war. Seine Frau Elizabeth hatte den Ehebruch zwar nicht publik gemacht, das untreue Dienstmädchen aber entlassen.

Um dennoch ihr Ziel zu erreichen, hatte Abigail nun Tituba gebeten, mit Hilfe eines nächtlichen okkulten Tanzes den Tod auf Elizabeth Proctor herab zu beschwören.

Als sie nun von ihrem Onkel bei dem Ritual, – von dessen Zweck er freilich nichts ahnt -, überrascht worden ist und von Pfarrer Hale streng verhört wird, ist auch die sonst so selbstsichere Abigail für einen Moment um eine Ausflucht verlegen. Doch gewinnt sie bald ihre Überlegenheit zurück: Allzu leicht gelingt es ihr, – der Täterin –, zuerst in die Rolle der Kronzeugin, dann gar in die eines unschuldigen Opfers zu schlüpfen, indem sie wahllos andere Gemeindeglieder der Hexerei bezichtigt, – auch dann noch, als ein regelrechtes Gericht eingesetzt wird und auf alle, die nicht gestehen, der Galgen wartet. Bald wird Abigail klar, dass sich ihr auf diesem Weg auch die Möglichkeit bietet, die verhasste Frau ihres geliebten John Proctor zu beseitigen …

Das Drama nach einer wahren Begebenheit zeigt auf beklemmende Weise, wie schnell sich Fanatismus zur gefährlichen Massenhysterie zu steigern und eine Gesellschaft an den Rand des Abgrunds zu bringen vermag.

Arthur Miller: Hexenjagd
https://www.karls-gymnasium.de/wp-content/uploads/2014/07/Hexenjagd-01.jpg 3264 2448 KG https://www.karls-gymnasium.de/wp-content/uploads/2014/07/Die-Liegende-mit-Text.png KG2009-07-01 08:00:512014-08-07 14:41:33Hexenjagd

Das magische Kartenspiel

1. Februar 2009

Einmal König sein und in einem Schloss wohnen mit vielen Dienern und kostbaren Gewändern … – wer hätte sich das nicht schon gewünscht?

Auch Lupo, der gerne mal andere Kinder herumkommandiert und deshalb nicht gerade sonderlich beliebt ist, träumt davon, mächtig und reich zu sein. Kein Wunder, dass er sofort zugreift, als ihm eines Tages drei Hexen ein faszinierendes Spiel anbieten: Sie werden ihn und seine Mitschüler in ein Kartenspiel verwandeln. Die Schicksale für die Figuren darf Lupo sogar selber schreiben. Verteilt allerdings werden die Karten von den Hexen. Und die haben ihre eigenen Pläne: Sie machen Lupo nicht zum mächtigen Kreuzkönig, wie der sich das natürlich ausgerechnet hatte, sondern nur zum Mundschenk des Pickkönigs. Das hält Lupo nicht davon ab, sein Ziel weiter zu verfolgen und dabei buchstäblich über Leichen zu gehen. Dann aber geschieht etwas Schreckliches. Und verzweifelt stellt sich Lupo die Frage, wie er aus dem magischen Kartenspiel wieder herauskommt – wird er einen Weg finden?

https://www.karls-gymnasium.de/wp-content/uploads/2009/02/2009-Das-magische-Kartenspiel-01.png 381 500 KG https://www.karls-gymnasium.de/wp-content/uploads/2014/07/Die-Liegende-mit-Text.png KG2009-02-01 08:00:112014-08-07 14:41:33Das magische Kartenspiel

Romeo und Julia

1. Juli 2008

Julia: Willst du schon gehn, schon fort? Es ist doch noch der Tag nicht nah. Es war die Nachtigall und nicht die Lerche … Glaub mir, Liebster, bleib! Es war die Nachtigall!
Romeo: Es war die Lerche, die Verkünderin des Morgens! Schau doch, wie das Licht schon neidisch seinen Streif des Himmels Enden eingeschrieben hat. Und ich muss fort und leben oder bleiben und dran sterben …
Julia: Nein, das Licht dort drüben ist des Tages Feuer nicht, ist nur ein goldner Meteor, der leuchtet, dir den Weg nach Mantua zu weisen. Drum bleib ein wenig noch; du brauchst noch nicht zu gehn.
Romeo: So mögen sie mich fangen, mag ich hingerichtet werden – es ist mir willkommen, wenn es nur dein Wille ist. So will ich sagen, dieses graue Licht dort drüben ist des Mondes Widerschein; auch ist es nicht die Lerche, deren helles Singen vom blau gewölbten Himmel unsre Ohren traf. Ich hab mehr Lust zu bleiben, als ich Willen habe, fort zu gehn; denn meine Julia will es so. Sei mir willkommen Tod denn! Es ist Nacht, nicht Morgen …
Julia: Doch, es ist! Geh fort! Oh du musst fort von hier! Es ist die Lerche, nicht die Nachtigall, die solche missgestimmten Töne singt, dass sie uns trennt. Nur auf jetzt, Liebster, es wird heller schon und heller!
Romeo: Hell und heller, aber dunkel ach für uns …

Romeo und Julia – wer wollte es wagen, diese beiden zu trennen? Schon regte sich die Hoffnung, eine solche Liebe möchte stark genug sein, endlich auch die Väter auszusöhnen, doch der alte Streit bricht wieder auf, um zuletzt alle ins Verderben zu stürzen. Die beiden Liebenden freilich vermag auch er nicht zu trennen: Ihre Liebe reicht über den Tod hinaus …

William Shakespeare: Romeo und Julia
https://www.karls-gymnasium.de/wp-content/uploads/2014/07/Die-Liegende-mit-Text.png 0 0 KG https://www.karls-gymnasium.de/wp-content/uploads/2014/07/Die-Liegende-mit-Text.png KG2008-07-01 08:00:212014-08-07 14:41:33Romeo und Julia

Der Ben ist spurlos verschwunden!

1. Februar 2008

Was tut man, wenn man als Schüler herausfindet, dass die eigenen Lehrer einen Banküberfall planen? Und was tut man als Lehrer, wenn man merkt, dass die eigenen Schüler eine Bank überfallen wollen? Zur Polizei gehen? Die betreffende Bankfiliale warnen? Aber wer glaubt einem schon sowas?

Dabei sind die Indizien ganz klar: Ben, ein Schüler aus der Klasse, ist plötzlich spurlos verschwunden. Zuvor aber hat er noch einige rätselhafte Zeichnungen angefertigt, Zeichnungen, die ganz eindeutig auf den Täter hinweisen: auf gewisse Lehrer – finden die Schüler, auf eben diese Schüler – finden die Lehrer.

Natürlich lassen beide Gruppen nichts unversucht, um den bevorstehenden Banküberfall zu verhindern . . .

Wer aber plant ihn denn nun wirklich?

Und wo ist Ben?

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Kein Krieg in Troja!

1. Juli 2007

Keiner, der nicht vom Trojanischen Krieg gehört hätte, von der schönen Helena, deren Entführung ihn auslöste, vom hölzernen Pferd, dessen Erfindung sein Ende brachte und von den großen Helden, die ihn ausfochten. Er steht für den Krieg schlechthin, steht als Sinnbild aller Kriege, steht am Beginn der europäischen Literatur – aber: Hätte dieser Krieg nicht verhindert werden können? Er muss verhindert werden! Dies ist Hektors einziger Gedanke, als er aus einem der zahlreichen lokalen Kriege zu seiner Frau Andromache heimkehrt und erfährt, wie es in Troja steht. Schließlich hatte er ihr doch geschworen, dieser Krieg werde endlich der letzte gewesen sein. Nun muss er mit Entsetzen feststellen, dass sein kleiner Bruder Paris inzwischen die schöne Helena entführt hat und bereits die Griechen unterwegs sind, um sie zurückzufordern oder andernfalls Troja den Krieg zu erklären. Entschlossen bemüht sich Hektor den Krieg abzuwenden. Noch weiß er nichts davon, dass er selbst in eben diesem Krieg sterben wird, noch glaubt er, die Katastrophe aufhalten, glaubt, mit vernünftigen Argumenten gegen alle Widerstände ankommen zu können, gegen seinen leichtfertigen Bruder, seinen verblendeten Vater, die gleichgültige Helena, den schlauen Odysseus – selbst gegen den patriotischen Dichter Demokos, den größten Kriegstreiber in der Stadt. Doch je mehr er sich müht, je mehr auch scheinbar sein Bemühen Frucht trägt, umso mehr beginnt er zu ahnen, dass der Sog des Krieges stärker sein wird als alle Vernunft – wir kennen das Ende …

Jean Giraudoux: Kein Krieg in Troja!
https://www.karls-gymnasium.de/wp-content/uploads/2007/07/2007-Kein-Krieg-in-Troja-01.jpg 596 421 KG https://www.karls-gymnasium.de/wp-content/uploads/2014/07/Die-Liegende-mit-Text.png KG2007-07-01 08:00:182014-08-07 14:41:34Kein Krieg in Troja!

Die Königin der Tiere

1. Februar 2007

Eigentlich ist Lilly ein ganz normales zehnjähriges Mädchen – na ja, fast normal: Es gibt da schon ein paar Dinge, die etwas ungewöhnlich sind: Lilly kann die Sprache der Tiere verstehen, geht fast jeden Tag heimlich in den Zoo, und ihr bester Freund ist Vasilik der Löwe …

Und der bekommt eines Tages eine beunruhigende Nachricht: Seine Heimat ist in Gefahr: der Heilige Wald. Die einzige Möglichkeit, den Wald zu retten, ist, ein Kind der Menschen zu den Tieren des Heiligen Waldes zu schicken– so jedenfalls lautet die vage Prophezeiung einer alten Schildkröte.

Klar, dass Lilly ihrem Freund helfen will. Sie macht sich sofort auf den Weg: Immer in die Richtung, wo die Sonne mittags am höchsten steht, über das große Meer hinüber, weiter bis an den Nebelfluss und dann immer an seinem Ufer hinauf in Richtung Quelle. Ein weiter Weg, auf dem Lilly jede Menge Abenteuer zu bestehen hat, aber auch Menschen und Tiere trifft, die ihr weiter helfen.

Doch wird es ihr gelingen, den Heiligen Wald zu erreichen? Und wenn ja, was haben die Tiere eigentlich vor mit diesem „Kind der Menschen“? Wie lautet der zweite Teil der Prophezeiung? Und was wird geschehen, wenn Lilly auf den jungen Löwen Vanax triff, der alle Menschen hasst?

Wird es Lilly und den Tieren gelingen, den Heiligen Wald vor dem Feuer der Menschen zu retten?

https://www.karls-gymnasium.de/wp-content/uploads/2014/08/2007-Die-Königin-der-Tiere-01.gif 600 425 KG https://www.karls-gymnasium.de/wp-content/uploads/2014/07/Die-Liegende-mit-Text.png KG2007-02-01 08:00:432014-08-07 14:41:34Die Königin der Tiere

Antigone

1. Juli 2006

Πολλὰ τὰ δεινὰ κ‘ οὐδὲν ἀνθρώπου δεινότερον πέλει …

Gewaltig ist Vieles, doch nichts ist gewaltiger als der Mensch …

Sophokles, Antigone

Mit diesen Worten beginnt das berühmte Chorlied aus der Antigone – und in der letzten Strophe dieses Liedes heißt es über den Menschen:

… Befolgt er stets und ehret, was das Land befiehlt, und hält der Götter Recht, ist er geachtet, doch geächtet, wer das Übel bei sich wohnen lässt aus Wagemut …

Genau das aber ist die große Frage in dieser Tragödie: Was ist Recht, was Unrecht, wenn das „was das Land befiehlt“ und „der Götter Recht“ einander entgegen stehen?

Da ist auf der einen Seite Kreon, der neue Herrscher der Stadt Theben – und er will ein guter Herrscher sein, will das Beste für die Stadt, will ihre Freunde ehren und ihre Feinde strafen. Nur deshalb befiehlt er, dass von seinen beiden Neffen, die einander im Kampf um die Stadt gegenseitig getötet haben, der eine, der Verteidiger, mit allen Ehren bestattet werden, der andere aber, der Angreifer, der sich schließlich gegen seine eigene Vaterstadt gewandt hat, unbegraben liegen bleiben soll.

Und da ist auf der anderen Seite Antigone, die ihren Bruder nicht ohne Grab, nicht als Fraß für Hunde und Vögel lassen kann und sich auf das göttliche Recht beruft. Sie überschreitet das Gebot ihres Onkels Kreon, wohl wissend, dass auf dieses Vergehen die Todesstrafe steht …

Die Antigone des Sophokles, eine Tragödie, die heute noch ebenso zu erschüttern vermag, wie vor 2400 Jahren, gehört ganz sicher zu jenen Klassikern, die man einfach einmal auf der Bühne gesehen haben muss?

Sophokles: Antigone
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